Leserbriefe

Leserbrief von Markus Wittig
vom 16.09.2011
erstes Bildzweites Bild
Bilderausstellung "Vater Unser"

Kunst im Kirchenraum ist ja heute nicht mehr außergewöhnlich. Hellhörig wird man allerdings, wenn die Ausstellungsreihe „Vater Unser“ heißt. Das Gebet, das untrennbar mit der Christenheit und der Kirche verbunden ist, war für Corinna Brandenburger Anstoß, Ihre Vorstellungen in Bilder zu fassen. Ausgestellt sind die Kunstwerke jetzt in der evangelischen Luthergemeinde Bruchsal in der am vergangenen Sonntag nach dem Gottesdienst auch die Vernissage stattfand.
Die 14 Bilder strahlen in freundlichen meist Blau- und Gelbtönen, und lassen dem Betrachter genug Interpretationsmöglichkeiten, ohne jedoch zu Abstrakt zu sein. So verriet Corinna Brandenburger zum Beispiel, dass auf jedem Bild als „göttliches Zeichen“ ein Lichtkreis oder Lichthorizont zu entdecken ist. In Regenbogenfarben glänzt das erste Bild „Vater Unser“, dessen Farbstrahlen in die Unendlichkeit führen, als Zeichen, dass Gott voraus geht. Eine ungekleidete Person in Demutshaltung deutet an: „Dein Wille geschehe“. Markant auch das zehnte Bild: „und führe uns nicht in Versuchung“, welches am unteren Rand an dunkle, verborgene Geheimnisse erinnert während von oben ein Lichtstrahl einfällt der die menschlichen Schwächen beleuchten und überwinden möchte. Das letzte Bild „Amen“, beschließt die Reihe mit hellen Grüntönen und beschreibt den ungebrochenen Naturkreislauf.
Die „Vater Unser“ Bildreihe drückt die tiefe Verbindung von Gott zum Menschen aus und ist auf der Suche nach den Wurzeln des Glaubens entstanden, so die in Bruchsal lebende Künstlerin, die bereits vor 15 Jahren mit dem Malen angefangen hat.
Nach kurzer Begrüßung durch Pfarrerin Tanja Dittmar wurde die Vernissage auch musikalisch abgerundet. Zu Beginn erklang die „Promenade“ aus Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ in einer Variation für Geige und E-Bass. Barbara Ludwig an Flöte und Geige, sowie Markus Wittig an Gitarre und E-Bass boten noch einige südamerikanische Stücke dar, ehe Tom Brandenburger an der Bratsche mit einer Suite für Solovioline von Johann Sebastian Bach glänzte.
Wer sich die Bilderreihe „Vater Unser“ von Corinna Brandenburger ansehen möchte, hat noch bis Dezember Zeit. Jeden Sonntag ab 10 Uhr im Gottesdienst oder für Gruppen nach telefonischer Anmeldung steht interessierten Besuchern die Lutherkirche hierfür offen.