Leserbriefe

Leserbrief von Philip Orschitt
vom 02.07.2010
Ökum. Kirchentag - "Damit ihr Hoffnung habt"

erstes Bild... "feiert lacht und sing, damit ihr Hoffnung habt." ... so sang die berühmte a capella Band "Wise Guys" das Titellied zum 2. ökumenischen Kirchentag in München. Aus dem Bezirk Karlsruhe-Land machten sich 30 Personen auf den Weg - elf davon waren Jugendliche aus der Luthergemeinde. "Wie soll oder kann man den Kirchentag beschreiben", fragte ich die Jugendlichen, die teilweise das erste Mal dabei waren. Kaum einer findet klare Worte. "Den Kirchentag kann man nicht beschreiben. Das muss man erlebt haben!" "Es ist was ganz Besonderes, eine ganz besondere Stimmung".
In München kamen 130.000 Christinnen und Christen zusammen um gemeinsam im Glauben gestärkt zu werden, voneinander zu erzählen, zu singen, zu beten und Gott zu loben. Ein Event, dass seines Gleichen sucht. Ganz München ist von einer Menschenwelle christlicher Euphorie erwischt worden. Die Menschen grüßen sich, fremde Menschen singen in den Bussen und U-Bahnen zusammen Paul-Gerhardt-Lieder. Auch mit Gläubigen anderer Religionen kommt man ins Gespräch.
Und neben all dem Event, den vielen Leuten, dem Getragen-werden in einer guten Gemeinschaft, ist auch Platz für ernste Themen. Gemeinsam fuhren wir zur KZ-Gedenkstätte Dachau. Tief bewegt vom grauenhaften Ausmaß menschenverachtendem Handeln wärend des zweiten Weltkrieges kamen wir wieder zurück. Fragen blieben offen, die wir diskutierten. Denn am Abend darauf stand das nächste Event auf dem Programm. Jugendzentrum Olympiapark, das "Wise-Guys" Konzert, Gottesdienst in der neuen Synagoge, Taizéandacht oder die vielen Messehallen mit Angeboten, Informationen oder Aktionen.
Nach diesen fünf erfüllenden Tagen tat es gut, nach Hause zu kommen, um im eigenen Bett zu schlafen. Denn der harte Boden im Gymnasium "Haar" war selbst mit Isomatte manchmal unbequem. Aber das ist Kirchentag. Eben etwas ganz Besonderes. Eine ganz besondere Zeit, mit besonderen Aktionen, mit besonderen Menschen.
Verabschiedet wurden wir aber nur bis zum nächsten Jahr. Denn "wenn Gott will und wir leben" sehen wir uns wieder in Dresden 2011 zum 33. evangelischen Kirchentag.

Philip Orschitt