Die GESCHICHTE unserer Gemeinde

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UNSER ZIEL: Die Gestaltung einer menschenfreundlichen, zum Glauben und zu christlicher Gemeinschaft einladenden Gemeinde, die etwas widerspiegelt von der Menschenfreundlichkeit Gottes.

Nach der Säkularisation 1803 wurde in Bruchsal am 23.10.1803 bzw. 22.03.1804 unter dem Durlacher Lehrer und Diakon Brummer eine evangelische Gemeinde gegründet. Diese vergrößerte sich in der Folgezeit stetig (1825 erst 584, 1900 bereits 3.270 Glieder). Die Luthergemeinde ist die älteste evangelische Gemeinde im überwiegend katholisch geprägten Bruchsal und mit über 4.000 Gemeindegliedern auch die größte der drei zur Gesamtkirchengemeinde Bruchsal zählenden Pfarreien. Ihr gehören neben der Luthergemeinde die Paul-Gerhardt-Gemeinde sowie die Christusgemeinden Unter- und Obergrombach an.
Lutherkirche heute
 
Die Ortsteile Heidelsheim und Helmsheim gehören zwar politisch zu Bruchsal, bilden aber jeweils eine eigene Kirchengemeinde, der eine gemeinsame Pfarrstelle zugeordnet ist. Die Luthergemeinde umfasst die Bruchsaler Kernstadt, deren Silhouette wesentlich von dem wuchtigen 36 Meter hohen kampanileartigen Turm der im Stadtzentrum stehenden Lutherkirche mitakzentuiert wird. Seit Bruchsal 1981 vom Kirchenbezirk Bretten in den Kirchenbezirk Karlsruhe-Land umgegliedert wurde bis 2007, war in der Luthergemeinde auch der Sitz des Evangelischen Dekanats Karlsruhe-Land. Bis nach dem 2. Weltkrieg wurde die in und um Bruchsal herum liegende evangelische Diaspora von der Luthergemeinde in Bruchsal aus pastorisiert. Sie ist gewissermaßen die Mutter folgender heute längst selbständig gewordener und in jeweils eigenen Gemeindestrukturen eingebundener Töchter: Paul-Gerhardt-Kirche in der Bruchsaler Südstadt (1954),
Gustav-Adolf-Kirche in Untergrombach (1954), Friedenskirche in Karlsdorf (1963), Gnadenkirche in Ubstadt (1966), und der Dietrich Bonhoeffer-Kirche in Forst (1973). 
In den zwanziger Jahren des 16. Jahrhunderts sympathisierten viele Geistliche in den rechtsrheinischen Gebieten des Bistums Speyer mit dem evangelischen Glauben. Vor allem durch den Einfluss des Speyerer Weihbischofs Georg Engelbrecht und anderer örtlicher Seelsorger ging um 1525 fast die gesamte Bruchsaler Bevölkerung zum Protestantismus über. Dies blieb bis in die Zeit nach dem 30-jährigen Krieg so. Erst ab 1672 kam es zunächst durch das Wirken von nach Bruchsal gekommenen Kapuzinern und später dann auch durch den Einfluss der seit 1753 in der Stadt angesiedelten Jesuiten zu einer Art Gegenreformation. Durch sie wurde der Protestantismus allmählich verdrängt und die Bevölkerung für den Katholizismus gewonnen. Unter den letzten Speyerer Fürstbischöfen wurden tüchtige evangelische Beamte und Künstler nach Bruchsal geholt. So wuchs allmählich wieder die Zahl der hier lebenden Protestanten. Als Markgräfin Amalie von Baden 1803 das Bruchsaler Schloss als Witwensitz bezog, wurde hier ein Hofdiakonat errichtet und eine kleine evangelisch-lutherische Gemeinde gebildet. Zunächst fanden die evangelischen Gottesdienste in der Schlosskapelle statt, bis dann im Jahre 1811 die Hofkirche des Bruchsaler Schlosses durch großherzoglichen Erlass zum Simultaneum erklärt wurde, in dem abwechselnd Gottesdienste beider Konfessionen stattfanden.
Schloss Bruchsal

Nach mehreren vergeblichen Anläufen konnte erst im Jahre 1935 der Grundstein zu einem eigenen Gotteshaus gelegt werden.1936 fand dann die Einweihung der nach relativ kurzer Bauzeit fertig gestellten Lutherkirche durch Landesbischof D. Kühlewein statt. Aber noch keine neun Jahre später wurde der mächtige Hallenbau bei der Bombardierung Bruchsals am 1. März 1945 zusammen mit weiten Teilen der Innenstadt zerstört. Erst im Jahre 1950 konnte dann die wiedererbaute Lutherkirche von Landesbischof D. Bender eingeweiht werden.

1961 verzichtete die Evangelische Kirchengemeinde gegen eine entsprechende Ablösesumme auf das Mitnutzungsrecht an der Schlosskirche. Seit 1929 waren der Luthergemeinde zwei Pfarreien zugeordnet: die Nord- und die Südpfarrei. Rund siebzig Jahre später kam es Ende des 20. Jahrhunderts im Rahmen umfänglicher Sparmaßnahmen zu einer landeskirchlich verfügten Reduzierung von Pfarrstellen. Im Zusammenhang einiger dadurch notwendig gewordener Umstrukturierungen im Gemeindebereich verzichtete die Südpfarrei auf ihre Pfarrstelle und die beiden damals zuständigen Ältestenkreise votierten jeweils einstimmig für den Zusammenschluss der beiden Pfarreien. Erster Gemeindepfarrer der vereinigten Luthergemeinde wurde Dekan Wolfgang Brjanzew, der zuvor seit 1995 Pfarrer von Luther-Nord gewesen war. Im Oktober 2007 wurde das Dekanat Karlsruhe-Land nach Forst verlegt wohin der Dekan auch seinen Wohnort verlegte.

2014 werden die Kirchenbezirke in Baden neu geordnet. Bruchsal bildet mit Bretten zusammen einen gemeinsamen Kirchenbezirk und das Dekanat Karlsruhe-Land wird mit Alb-Pfinz zusammen gelegt, zieht nach Ettlingen und behält den Namen Kirchenbezirk Karlsruhe-Land.

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